Hands-On: Dying Light auf Oculus Rift

Am 30. Januar 2015 erscheint Techlands Zombie-Titel Dying Light in Europa. Bei einem Presse-Event in München konnten wir den derzeit heiß diskutierten Splatter-Spaß bereits antesten und mit Oculus Rift in die virtuelle Welt von Harran eintauchen.

Dying Light erinnert zunächst an die Dead-Island-Reihe, die ebenfalls vom polnischen Entwickler Techland stammt. Hinzu gesellen sich neue Gameplay-Elemente wie ein intuitives Parkour-System, mit dem sich der Spieler in fließenden Bewegungen über Gebäude, Untote und Hindernisse hinwegbewegen kann, sowie ein stimmungsvoller Tag-und-Nacht-Wechsel, der die Spielbalance nach Einbruch der Dämmerung sehr zu Gunsten der Zombiehorden verschiebt.

In der fiktiven türkischen Stadt Harran bricht – aus zunächst ungeklärten Gründen – eine Infektion aus, die Menschen in wandelnde Tote verwandelt. Klassisch – so weit, so gut. Der Spieler übernimmt in Dying Light die Rolle des Undercover-Agenten Kyle Crane, der die zur Quarantänezone erklärte Stadt infiltrieren soll und dort zwischen die Fronten sich bekriegender Lager gerät. Im Laufe der Story entpuppt sich Kyles Mission als moralisch sehr fragwürdig – mehr wollen wir an dieser Stelle nicht verraten, denn gerade die packende Handlung und die glaubwürdigen Charaktere tragen ungemein zur stimmigen Atmosphäre des Spiels bei.

Ein weiteres Highlight des Spiels sind natürlich die fordernden und überaus blutig inszenierten Kämpfe gegen die Untoten: Im Gegensatz zu Fun-Schnetzlern wie Dead Rising fühlt man sich den Zombies hier keinen Moment lang überlegen. Stattdessen versucht man, die fauligen Gesellen abzulenken, einzeln anzugreifen oder mit toll umgesetzten Parkour-Einlagen zu umgehen. Kommt es doch zur Konfrontation, sollte man auf das richtige Timing achten – und auf den Zustand der Waffe, die sich nach und nach abnutzt.

Nach Sonnenuntergang wird es für den Spieler übrigens nochmal ein wenig gefährlicher: Zu den jetzt verstärkt umherstreunenden Untoten gesellen sich noch besonders kräftige Zombies, die sich schneller bewegen und verheerenden Schaden anrichten können. Nachts sollte man sich also nur gut ausgerüstet ins Freie wagen – oder man versteckt sich bis zum nächsten Morgen in einem der über die Stadt verteilten Unterschlupfe.

Alternativ könnte man auch ein paar Freunde zusammentrommeln und sich den menschenfressenden Horden gemeinsam stellen: Der Titel lässt sich komplett mit bis zu vier Spielern im Koop durchspielen, was wir aufgrund fehlender Mitspieler aber leider nicht testen konnten.

Wie bereits eingangs erwähnt, konnten wir nicht nur einen Blick auf Dying Light werfen, sondern per Oculus Rift direkt in das virtuelle Harran eintauchen. Zwar hatten wir nur ein paar Minuten Zeit, um uns einen Eindruck von der VR-Unterstützung zu verschaffen, doch der reichte uns auch: Bereits nach wenigen Minuten wurde uns etwas blümerant in der Magengegend. Das schmälert allerdings kaum den Eindruck, den Techland bei uns hinterlassen hat. Das Gefühl, selbst auf den Dächern Harrans zu stehen und sich über Vorsprünge und Hindernisse zu schwingen, ist wahrlich atemberaubend. Unsere Kopfbewegungen werden astrein umgesetzt, und nach nur wenigen Augenblicken ist man bereits komplett in der Spielwelt versunken. Allerdings muss sich der Körper wohl erst daran gewöhnen, während all der Action gemütlich auf einem Stuhl zu sitzen. Andere, passivere Oculus-Demos haben wir bisher weitaus besser vertragen, allerdings konnten wir dort meist auch nicht viel mehr tun als uns umzusehen. In Dying Light dagegen geht man mit den Zombies direkt auf Tuchfühlung und genießt beinahe völlige Bewegungsfreiheit – das ist schon ein anderes Kaliber und erfordert etwas mehr Gewöhnungszeit.

Ganz ausgereift ist die Oculus-Unterstützung für Dying Light allerdings noch nicht, das geben auch die Entwickler zu: Es gäbe noch einige Dinge, die angepasst werden müssten, so auch die Kamerafunktionen und das User-Interface. Außerdem trübt das derzeit noch etwas grob aufgelöste Display der VR-Brille den Eindruck etwas. Trotzdem gefiel uns der Titel in dieser frühen Fassung bereits sehr gut. Ob die Oculus-Unterstützung gleich zum Release zur Verfügung stehen wird, ist allerdings noch unklar – ebenso, ob es der Titel überhaupt nach Deutschland schafft. Zwar ist das letzte Wort in Sachen USK hier noch nicht gesprochen, angesichts der doch sehr drastischen Gewaltdarstellungen dürfte ein Release hierzulande allerdings tatsächlich fraglich sein.

Dying Light erscheint für Playstation 4, Xbox One und PC und wird am 27. Januar in Amerika, am 28. Januar in Australien und Neuseeland und am 30. Januar in Europa und Asien veröffentlicht.

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